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Auch in den folgenden Jahren nahm der Verein einen stetigen Aufschwung. Neben der rein turnerischen Aufgabe, sah der Verein stets seine besondere Verpflichtung gegenüber der Dorfgemeinschaft. Dies spiegelte sich in den alljährlich stattfindenen dörflichen Veranstaltungen wieder. Die winterlichen Theaterabende waren stets eine willkommene Bereicherung des Dorfgeschehens. Die alljährlichen Familienabende zeigten in besonderem Maße, wie sehr sich der Turnverein, als einziger Verein des Dorfes, um die Pflege eines echten Gemeinschaftsgeistes bemühte. Es würde hier zu weit führen, jede Veranstaltung, Feier und jeden turnerischen Erfolg des Vereins und einzelner Mitglieder aufzuführen. Es werden daher im Folgenden nur die Ereignisse angedeutet, die in der Vereinsgeschichte eine besondere Bedeutung erlangt haben. Im Jahre 1929 hatte der Verein 36 aktive Turner. Im gleichen Jahr wurde der Wimpel des Vereins angeschafft. Am 3.,4., und 5. Mai 1930 fand in Unzenberg das Zöglingswettturnen des 2. Bezirks statt. Trotz des wolkenbruchartigen Regens verlief das Fest harmonisch und erinnerungsreich. Der Turnverein Unzenberg zeigte damit zum ersten Mal, dass er auch ein größeres Fest erfolgreich zu gestalten wusste. Beim Bezirksturntag am 22. Februar 1931 wurde dem Verein für die glänzende Durchführung des Bezirks-Zöglings-Wettturnens vom Bezirksvertreter eine Urkunde überreicht. Vom Juni 1930 bis zum November 1931 war der Verein ohne Turnsaal. In dieser Zeit nahmen die Turner und Turnschüler lieber die Unannehmlichkeit des Turnens im Freien bei jeder Witterung auf sich, als mutlos abseits zu stehen. Diese Tatsache zeigt, dass schon in den wenigen Jahren der Tätigkeit im Kauerbachtal, Turner herangewachsen waren, die mit Leib und Seele dem Turnertum die Treue hielten.