22.02.2011 17:31

Theatergruppe...

...knüpft erfolgreich an langjährige Theatertradition an.

Foto 1: v.l.n.r. Gerd Müller, Nadine Manterfeld, Claudia Okfen

Foto 2: v.l.n.r. Ralf-Dieter Diel, Bernd Klein, Steffi Weir, Marie-Luise Dämgen, Tobias Kalb

Unzenberg. Die Laienschauspielgruppe des TVs brachte mit dem Lustspiel in 4 Akten „Das Glück wohnt heut´ im Hinterzimmer“ von Helmut Schmidt jeden Zuschauer in der Turnhalle in Unzenberg zum Lachen und wurde mit viel Applaus belohnt.

Um ihre kleine Rente etwas aufzubessern, hatte die Witwe Karin Roßkamp die Diele ihres Bauernhauses an Ludwig Junker vermietet. Dieser hatte bei Börsenspekulationen fast alles verloren, was er zuvor einmal sein Eigen nannte. Natürlich gingen im Dorf die Gerüchte um, dass Karin ein Verhältnis mit Ludwig habe, was ihr offensichtlich gar nicht passte. Als sich dann noch herausstellte, dass Ludwig selbst (ohne Karins Wissen) einem jungen Arbeitskollegen dort ebenfalls Unterkunft gewährte, beschloss Karin die beiden hinauszuwerfen. Doch kurz bevor die beiden betrübt das Haus verlassen wollten, erhielt Karin einen Brief von ihrem Schwager Uwe aus Salzburg, den sie zuletzt vor über 15 Jahren gesehen hat. Dieser war angeblich nicht einmal darüber informiert, dass sein Bruder verstorben war. Karin roch eine Erbschaft und überredete Ludwig schließlich, sich für ein paar Tage als ihr Ehemann auszugeben.  Der junge Untermieter Michael wurde ungewollt zum Schwiegersohn, da dieser sich in Karins Tochter Ingrid verknallt hatte und unter diesen Umständen auch gerne noch ein paar Tage länger im Haus blieb. Doch nach Uwes Ankunft entwickelte sich alles ganz anders als erwartet: Er genoss im Hunsrück ein paar schöne Tage - und das in vollen Zügen: Restaurant, Blumen und ein Bordellbesuch gingen auf Karins Kosten. Diese befürchtete immer mehr, dass es sich bei dem "lieben" Verwandten um einen Betrüger handeln könnte.  Die Schulden wuchsen ihr langsam über den Kopf und zu allem Übel gesellten sich immer wieder der Türke Nezep Ölsegüt und zwei tratschende Nachbarinnen dazu. So nahm die Komödie Ihren Lauf, brachte ununterbrochen lustige Passagen zum Vorschein und endet letztendlich doch mit einem Happyend: Karin verliebte sich in Ihren Untermieter und erbte einen beträchtlichen Betrag vom Schwager Uwe.

Die alten Theaterhasen Steffi Weir und Bernd Klein überzeugten durch die perfekte Art in die Rollen als Witwe Karin Roßkamp und Mieter Ludwig Junker zu schlüpfen. Dialekt und Mundart bereiteten den drei Darstellern Ralf-Dieter Diel (mit türkischem Akzent als Nezep Ölsegüt), Gerd Müller (mit österreichischem Akzent als Uwe aus Salzburg) und Tobias Kalb (mit Thüringer Platt als Untermieter Michael) keinerlei Probleme. Neben Tobias Kalb hatte auch Marie-Luise Dämgen als Karins Tochter Ingrid den ersten Bühnenauftritt und präsentierte sicher ihre bisher verborgenen Schauspielqualitäten. Laut und überzeugend keck stellten Claudia Okfen und Nadine Manterfeld als neugierige Nachbarinnen Ihre Bühnenerfahrung unter Beweis. Alle Spieler identifizierten sich voll und ganz mit den Charakteren. Ein gekonnt umgesetztes Lustspiel, dass die Lachmuskeln der Zuschauer ausgiebig strapazierte. 

 

Im Hintergrund agierten: Dietmar Klein (Regie), Günther Schumann (Souffleur), Dana Haray und Jutta Jung (Maske), Hermann Schmidt und Manfred Weyand (Bühnenbild).